Biased Opinion on Zugangsbeschränkungen an der Uni Wien

Die ersten Prüfungen nur noch einmal wiederholen und eine verpflichtende Studienberatung das sind also die Ergebnisse der “Uni Reform” in Österreich. Die ÖH ist natürlich dagegen, genauso wie sie gegen Aufnahmeprüfungen und gegen Studiengebühren ist. Die Regierung hat sich damit sehr gut an der nicht kooperierenden ÖH vorbei geschummelt. ES fragt sich nur wo da jetzt der große Unterschied zwischen Aufnahmeprüfung und diesem 1. Prüfung- Bestehen- Zwang ist? Fällt man durch die erste Prüfung dann ein 2. Mal durch, hat man ein ganzes Semester verloren und hat noch dazu mit den Schwierigkeiten im Semester in ein neues Studium anzufangen zu kämpfen – sofern man nicht gleich aufgibt. Stimmt, da kann man als ÖH schon stolz sein, dass sie die bösen Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren verhindert hat. Ich frage mich, ob der ÖH Sprecherin eigentlich klar ist, dass die Universitäten in Österreich reformiert werden MÜSSEN und dass eine gute Bildung eben auch etwas kostet.

Ich frage mich auch, warum Aufnahmeprüfungen immer als so abnormal gesehen werden. In fast allen Ländern gibt es Aufnahmeprüfungen und an guten Universitäten sowieso. Auch hierzulande haben viele Schulen Aufnahmeprüfungen. Wenn ich mich um einen Job oder ein Praktikum bewerbe bin ich auch in mit einer Art Aufnahmetest und damit auch mit dem Risiko abgelehnt zu werden konfrontiert. Warum also die große Panik vor Aufnahmeprüfungen an der Uni?

Ist das Selbstbewusstsein unserer Generation so niedrig, dass sie sich nicht mal zutrauen einen Aufnahmetest zu bestehen? Sind sie zu faul um in den Ferien für eine Aufnahmeprüfung zu lernen?

Was ist der Aufwand dafür im Vergleich zu einem ganzen Semester voller überfüllter Lehrsäle, überlastetem Personal und Studieneingangsphasen, die mehr oder weniger (auch wenn es offiziell natürlich nie zugeben wird) darauf abzielen dir die Lust am Studium zu nehmen?

Meiner Meinung nach sprechen viele Dinge für eine faire Aufnahmeprüfung an allen Studienrichtungen. Beschäftigt man sich im Rahmen der Vorbereitung mit den Studieninhalten ist es meist viel leichter zu entscheiden ob man dieses Studium wirklich machen möchte und auch schaffen wird. Bringt man schon hierfür zu wenig Motivation und Interesse auf, dann sind die Chancen, dass es sich um das richtige Studium handelt ohnehin gering. Wenn nur soviele Studenten aufgenommen werde, wie es die Kapazitäten der Universität und Institute erlauben, kann man ein wesentlich besseres Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studenten schaffen, das sich bekanntlich positiv auf den Lernfortschritt auswirkt. Anstatt von Knock-Out Prüfungen könnte man sich mehr bemühen das Interesse der Studenten für das Fach weiter zu vertiefen und auch die Studenten besser in dem am Anfang sehr verwirrenden Dschungel von Erweiterungcurricula, Wahlfächern, Anmeldefristen usw. unterstützen. Darauß ergibt sich für mich ein wesentlich stressfreieres und schnelleres Studium. Aber nein eine Aufnahmeprüfung ist da natürlich das größere Übel und die gilt es zu verhindern dafür setzt man sich auch sicherlich gern wieder ins Audi Max für ein paar Tage.

Auch der Streit um die Studiengebühren hängt mir auch echt zum Hals raus. Anscheinend leben 80% (Vorurteils Schätzung meinerseits) aller Studenten in ihrer eigenen Phantasie Welt wo es selbstverständlich ist, dass der Staat einfach alles zahlt. Nein, sie glauben auch, dass sie eigentlich ein Recht darauf haben, dass der Staat ihnen die gesamte Uni Ausbildung zahlt und eigentlich gehört dann auch noch eine fette Familienbeihilfe usw. dazu. Vielleicht täte es diesen Leuten mal gut, einen internationalen Vergleich anzustellen. Kaum ein Land hat 0 Studiengebühren und auch die 363, 36 Euro die es früher waren sind wohl eher als symbolischer Wert zu verstehen. Dass wir uns in einer finanziell schwierigen Situation befinden ist vielleicht den meisten auch schon aufgefallen und dass man mit wenig Geld dann einfach an vielen Dingen sparen muss auch. Das heißt die Qualität der Ausbildung sinkt rapide ab. (Tatsächlich schlittert die Uni Wien in Rankings immer weiter nach unten). Stichwort globalisierter Arbeitsmarkt: eine (schlechte) Ausbildung mit schlechtem Ruf könnte Schwierigkeiten verursachen. Kommen der mehr oder weniger linksradikalen ÖH nie solche Zusammenhänge in den Sinn? Wäre es nicht besser Geld in ein gutest Studium zu investieren?

Und was ist mit den vielen „Bummel“ und Pseudo-Studenten? Ganz egal, dass da Millionen Steuergelder draufgehen? Regt, das niemanden unter den Studierenden auf? Und ja, diese Sorte Student ist zahlenmäßig gut vertreten, man trifft sie halt fast nie auf der Uni, denn da müssten sie ja vielleicht lernen.

Natürlich kommt dann immer das Argument mit der sozialen Durchmischung. Dabei wird aber meist ignoriert, dass die soziale Durchmischung an Fhs, wo jeder noch Studiengebühren zahlt besser ist als an der Universität. Was sagt uns das? Offensichtlich sind Studiengebühren NICHT der Auslöser sich für oder gegen ein Studium zu entscheiden. Mal davon abgesehen, dass man die Studiengebühren soziale schwächeren Studenten ohnehin erlassen könnte. Kann also jemand mal damit aufhören ständig zu behaupten Studiengebühren sind ja so unsozial und fördern die Klassengesellschaft und was-weiß- ich- noch.

Und dann ist da noch das EU-Deutschland Problem. Eines mal vorneweg: Ich bin eine große Befürworterin der EU und ich finde es toll, dass so viele EU-Bürger die Möglichkeit haben hierher zu kommen – um eine neue Kultur kennen zu lernen oder die Sprache zu lernen oder einfach um in Wien zu sein. Aus Deutschland kommen aber viele wegen dem NC. Und ich verstehe auch jeden, der das macht, ich würde es ja selber machen wenn ich in der Situation wäre, aber es gibt etwas mehr als 80 Millionen Deutsche, die keine Sprachbarriere überwinden müssen, die den Vorteil haben sich nicht frühzeitig anmelden zu müssen, die auch keine Studiengebühren zahlen, aber viele werden eben auch nie Einkommensteuer an Österreich zahlen. Dagegen gibt es 8 Millionen Österreicher für die Deutschland dank NC und Studiengebühren weniger attraktiv zum studieren ist. Das fördert in der österreichischen Bevölkerung nicht unbedingt positive Gefühle gegenüber dem Nachbarland und dann heißt es wieder die Österreicher sind fremdenfeindlich (was sie auch großteils und peinlicherweise tatsächlich sind). Das ist aber zu einem großen Teil, die Schuld der eigenen Politik – und nicht die der deutschen Studenten, gegen die ja ansonsten nichts einzuwenden ist, aber ich es ist eben auch nicht die Aufgabe des Staates Österreichs tausende Deutsche für einen Beruf in einem wirtschaftlich starkem Land wie Deutschland auszubilden.

Die Wahlbeteiligung bei den letzten ÖH Wahlen lag bei ca. 21%. Und das ist den meisten noch nicht einmal peinlich. Dass die ÖH die Meinung und Wünsche der Studenten repräsentiert kann man bei solchen Zahlen ohnehin nicht sagen, aber diese ewige Darstellung, dass alle Studenten gegen Aufnahmeprüfungen und gegen Studiengebühren sind, entspricht auch nicht der Wahrheit. Ich denke, dass man als Hochschülersoweit sein über die Problematik und Zukunft der österreichischen Unis realistisch nachzudenken. Und ich sehe da ehrlich gesagt keinen Weg an Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren vorbei. Wäre schön wenn die ÖH mal registrieren würde, dass solche Meinungen dazu ebenfalls existieren – auch auf Seite der Studierenden.

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