Herbststraße Fashion Shows: Glamour or Democracy?

Das Modekolleg Herbststraße veranstaltet dieses Jahr  gleich 2 Fashion Shows. Eine diesen Freitag im generali Center und die andere nächste Woche in der Residenz Zögernitz. 

Die Fashion Show im generali center ist öffentlich und mit freiem Eintritt, weil die dort ansässigen Mode-Shops die Fashion Show als Marketing für ihre eigenen Produkte benutzen. Ich habe mir sagen lassen, die Fashion Show würde teils aus den Designs des Herbstraße Kollegs und teils aus Produktpräsentationen der Shops dort bestehen. Dieses Konzept bietet natürlich den Vorteil, dass so die, nicht zu unterschätzenden Kosten niedrig gehalten werden können. Nur zur ungefähren Orientierung: eine Show eines großen Labels wie Marc Jacobs kostet leicht ein Million Dollar. Holt man sich Retailer ins Finanzierungsboot, ist man auch nicht mehr auf Eintrittskartengelder angewiesen und erreicht ein “Fashion-Circus” ferneres, aber eventuell auch zahlungswillig und kräftiges Publikum. 

Der Nachteil ist, dass man sich in dem Konzept auch nach den Geldgebern richten muss und in diesem Fall, dass die Designerstücke mit High-Street um die Aufmerksamkeit der Zuseher buhlen muss. Auch das Ambiente ist in einem Shopping Center wesentlich unglamouröser. Steht bei einer inszenierten Fashion Show in einer ausgewählten Location, die kreative Vision des Designer, das Neue und auch die Schneiderkunst im Mittelpunkt, denkt man in einem Shoppingcenter natürlich nur an den Konsum und damit an Tragbarkeit und kostengünstige Produktion. 

Dass, die Fashion Show prinzipiell jedem offen steht, der zufällig Zeit und Lust hat, hat gute, aber auch schlechte Aspekte. Man kann sich sein Publikum nicht aussuchen, und anders als wenn man Eintritt verlangt, kann man nicht davon ausgehen, dass die Zuseher alle Modebegeistert, und Modeverständig sind (im Sinne von, dass sie die Arbeit der Designer Wertschätzen können bzw. wissen mit welchem Aufwand die Herstellung von manchen Stücken verbunden ist). Es ist auch fraglich ob man so ein Publikum erreicht, die bereit sind die Arbeit der Designer auch finanziell zu honorieren. Andererseits wäre es aber auch denkbar, dass man gerade so Menschen auf sich aufmerksam macht, die niemals eine Fashion Show ansehen würden.

Die andere Fashion Show der Herbststraße hat sich für die eher “traditionelle” Variante entschieden. Edle Location. Homepage mit Vorstellung der DesignerInnen. Aftershow Party und vermutlich einige WienerInnen als Zuseher (und potentielle Kunden) mit Mode-Leidenschaft im Blut. Kostenpunkt 12 Euro für uns….- wieviel die aufstrebenden Designer investieren ist nicht bekannt. Dafür ist ein Hauch des Flairs großer Labels, großer Designer und VIP Gefühl inklusive. Normalerweise sind Abschlusskollektionen für die angehenden Designer auch die Möglichkeit noch einmal  befreit von “Tragbarkeits”  und eventuelle “Umsetztbarkeits” Standards ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Man kann davon ausgehen, dass das auch von den Besuchern erwartet und genossen wird. Es wäre schade, wenn man sich an dieser Stelle schon dem Mode Markt beugen würde. 

Aber wer weiß? Vielleicht gehen beide Konzepte auf? Schließlich gibt es auch unter den großen Labels sehr verschiedene Ansätze: Tom Ford lädt nur einen kleinen sehr ausgewählten Kreis von Kunden und Kundinnen ein, keine Fotografen, erste Fotos werden erst 3 Monate später veröffentlicht. Burberry hingegen Live Streamed die Show auf riesige Bildschirme auf der ganzen Welt und auf unzähligen Smart Phones mit gleichzeitiger Möglichkeit  die Modelle direkt vom Laufsteg zu kaufen – beide Labels scheinen Erfolg damit zu haben.

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