Tag und Nacht 

2 Freundinnen/2 Huren in Wien.

Wieviele Filme haben eigentlich als Hauptcharaktere Huren/Nutten/ Liebesdienerinnen/ Prostituierte ( wie immer man sie nennen will)? Wieviele Spielfilme über Prostitution (in Österreich) gibt es? Tag und Nacht war jedenfalls der Erste den ich zu diesem Thema in dieser Art gesehen habe. Und wie ehrlich und realistisch sind sie?

In Tag und Nacht geht es um 2 Beste Freundinnen, in der Studier bzw. ich-weiß-nicht-was-ich-für-eine-Ausbildung-machen-soll Phase. Sie beschließen sich im horizontalen Gewerbe ein bisschen was dazu zu verdienen weil “schlechten sex haben wir sowieso, da können wir uns auch dafür bezahlen lassen”. 

Hollywood Kitsch bekommt man bei Tag und Nacht sicher nicht aufgetischt: keine glattretuschierte Haut, keine Schaufensterpuppen Körper. statt perfekter Beleuchtung und verklärten Blicken: Kondome, stark behaarte und beleibte Männer. Niveaulose Zuhälter…Richtig grausam teilweise zum mit(ansehen).

Wie realistisch der Film wirklich ist (nicht, dass der Regisseur oder irgendwer gesagt hätte der Film hätte einen realistischen Anspruch), ist schwierig zu sagen: viele er Kunden sind eher im abnormalen Bereich bezüglich Vorstellungen von Sex anzusiedeln ob das wirklich so ist? Und ob tatsächlich soviel gekokst und gesoffen wird (seitens der Huren) ist auch fraglich…Dass Studentinnen sich für so einen Nebenjob entscheiden, entspricht jedoch keinen Hirngespinst des Drehbuchautors. Tatsächlich arbeiten einige Studentinnen in westlichen Gesellschaften als Prostituierte. Es gibt sogar eine eigene Beratungsstelle in Deutschland, die diese betreut. 

Gut hingegen ist dargestellt wie die Frauen mit ihrer Entscheidung für diesen Job kämpfen und wie die (freundschaftliche) Beziehung zwischen den beiden leidet und auch, dass es sich hier eben doch nicht um einen normalen Beruf handelt, weil Sex, auch käuflicher eben doch emotional ist und man Emotionen schlecht kontrollieren kann. 

Die Risiken und Gefahren die dieses Gewerbe mit sich bringt werden nicht geschönt: Krankheiten und Grenzen, die Überschritten werden lässt man nicht aus.

Kann das gut enden? Im Film, jedenfalls ist dem/der Drehbuchschreiber_in und dem/der Regisseur_in ein ziemlich guter Abgang gelungen. Der Zuseher denkt weiter.

Ich würde sagen, dass Tag und Nacht ein österreichischer Film ist, der sicher auch für ein, ein bisschen Mainstreamigeres Publikum taugt (im Gegensatz zu diversen Kurzfilmen und anderen Kunstfilmprojekten) und mal erlaubt (mit Vorsicht) einen weniger Klischeehaften Blick auf diese Berufsgruppe zu werfen. Schauspielerisch hätte man vielleicht ein bisschen mehr erwartet, aber man muss ja zugeben, dass die Rollen auch nicht ganz einfach sind.

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