Life in Blogger-Pink

Klickt man sich durch diverse Mode Blogs, die eher auf “Personal Style” setzen (will ich ja nicht schlecht machen, tu ich ja schließlich auch) bekommt man oft die Darstellung des perfekten Lebens einer Blogger-Prinzessin aufgetischt. Das inkludiert einen perfektem Freund, perfekten Hund, perfekte Wohnung, perfekte Shopping-Beute, perfekte Einladungen zu noch perfekteren (und wichtigen) Mode Events. Manchmal, oder zumindest geht es mir so fühlt man sich dann unangenehm an die eigenen Unzulänglichkeiten hingewiesen. Sicher muss man da schon ein bisschen kritisch sein: Die nicht Blogger-Pinken Dingen des Leben schaffens eben irgendwie nicht in die Posts.  Die Mode-Welt ist eben auch eine (schöne) Scheinwelt. Für Hässlichkeiten wie Übergewicht, Drogenprobleme, Armut (außer in Form von chicen Charity Events, damit’s halt nicht ganz so hohl wirkt, wäre ja dann auch wieder hässlich) ist da kein Platz. Wie gesagt, das kann auch ganz schön nerven…

… und da das Leben ja von Kontrasten lebt und ich Kontraste liebe, hier eine kleine Auswahl von Dingen, die in meinem gar nicht perfekten, budgetär begrenzten (Mode) Blogger Leben im letzten Jahr so passiert sind und die eben nicht so rosarot waren.

1) im Jänner habe einen, um einen Monat zu späten Flug nach London gebucht, weil ich ein blond und ein bisschen blöd bin oder so und dafür dann einen Lehrgeld sozusagen für den richtigen Flug zahlen musste.

2) Vor Kurzem meinen Rucksack vor ein paar Tagen im Zug liegen gelassen, inklusive Sale-Beute, meinen Lieblingsketten u.a. eine Goldkette von meiner Mum, die ich über alles geliebt habe, meine Lieblingslaufschuhen und meinem Französisch Test Zertifikat, ohne, dass ich keine ECTS nachweisen kann.

3) war ich in diesem Jahr 6 mal beim Zahnarzt (immer verbunden mit tagelangen Schmerzen und zuletzt mit einem riesigen blauen Fleck, wegen dem ich tagelang praktisch nicht aus dem Haus konnte ) und 2 Tage im Krankenhaus, plus 2 weitere Arzttermine. Die Apotheke ist auf meiner Bankomat Karten Abrechnung schon fast so häufig vertreten wie der Supermarkt und das Wartezimmer schon fast mein zuhause. 

4) habe ich keinen Ferialjob gefunden (weswegen mein mageres Konto in absehbarer Zeit noch magerer sein wird)

5) habe ich mich mit meiner Mitbewohnerin nicht verstanden

6) habe ich mich für 2 falsche Prüfungen an der Uni angemeldet, die ich dank netter Menschen und 1 Tag voller nervenaufreibender  Telefonate, bangen und Zweifeln zum Glück doch noch machen konnte.

7) habe ich 3 Kilo zugenommen (und beschlossen mich nicht mehr abzuwiegen)

8) habe ich 1 Jahr in Wien studiert, nur um im Herbst nach London zu ziehen und dort nochmal von vorne anzufangen

9) ist meine Freundin K., die ich im 1. Semester kennen gelernt, nach dem Semester wieder nach Deutschland gezogen 😦

8) habe ich ein Thema für meine Seminararbeit gewählt, das mich eigentlich gar nicht interessiert und musste sie dann trotzdem in quälend, langsam vergehender Zeit schreiben. 

9) bin ich keine Mode-Bloggerin, die ständig auf coole Events eingeladen wird (ok, ich hätte mich auch mehr darum kümmern müssen, selber schuld)

10) hab ich ziemlich viel Zeit darauf verwendet mich a) selbst zu bemitleiden b) zu überlegen was ich jetzt studieren will und wo und mich und Andere mit Selbstzweifeln verrückt zu machen.

11) hab ich Praktikumstechnisch (ich hab eines bei der presse gemacht) und Blogtechnisch weniger weitergebracht als ich eigentlich wollte

12) habe ich mich sehr für die Uni gestresst (und bin dafür wieder ein bisschen klüger geworden aber dafür hat mein Leben in diesem Jahr ein paar Glamour Punkte verloren. Hinter Büchern zu sitzen braucht halt viel Zeit und hört sich  nicht so spannend an wie ….Award-Verleihung)

13) kein Glück in der Liebe (obwohl mir das sicher eines von diesen blöden Jahreshoroskopen vorhergesagt hätte) : 6,5 Versuche wovon 2 Dates eher als traumatisierende  Erfahrungen einzustufen sind (einmal wurde ich mehr oder weniger gezwungen ihn einzuladen, weil er kein Geld dabei hatte und beim 2. sind wohl 2 Menschen aufeinander getroffen, die in praktisch allem verschiedener Meinung sind was zu einer schlimmen Diskussion und getrennten Wegen führte. warum es überhaupt zu einem Date gekommen ist, ist mir bis heute schleierhaft)

Sicher sind das jetzt im Vergleich zu anderen Menschen Luxusprobleme und eigentlich will ich ja auch gar nicht rumjammern. Die meisten Dinge haben ja auch immer noch die 2. Seite der Medaille. Darum hier noch mal ein paar Dinge die gut gelaufen sind im letzten Jahr.

1) Irgendwie hab ich es geschafft mich in England für ein Studium zu bewerben, meine Eltern zu überreden mir das zu finanzieren, aufgenommen zu werden und im September in eine für aufregendsten Städte der Welt zu ziehen.

2) Nach dem Jahr in New York als Au Pair, in dem ich viel gearbeitet aber auch viel gereist bin und auch sonst eher für die spaßigen Seiten des Lebens gelebt habe, wollte ich eigentlich nur eines: Studieren, strebern, lernen… und das habe ich ja dann vor allem im 2. Semester auch gemacht. 70 ECTS und 2 Zeichenkurse in einem Jahr und sogar die Noten waren halbwegs gut. 

3) Dass ich nach England mit einem lachendem und einem weinendem Auge gehe, liegt daran, dass ich auch ein paar tolle Menschen kennen gelernt habe (danke K, C, R, S) und viel Zeit und Spaß mit bekannten Gesichtern (S, J, E, S, T, C, J, D, …) in Wien hatte und ich echt hoffe, dass die paar Kilometer und der Ärmelkanal dazwischen nichts an unserer Freundschaft ändert

4) Obwohl Wien und ich einen schwierigen Start hatten und ich ein bisschen blind für die schönen Seiten der Stadt Wien war und eben nicht so ganz die wienerischen Vorzüge geschätzt habe, war ich dann am Schluss ziemlich dabei und freue mich eigentlich jetzt schon immer wieder zu Besuch zu kommen.

5) Meine kleinen Trips nach London, Berlin und jetzt doch noch Stockholm waren/werden alle wunderschön, (ent)spannend und  haben/ werden mich echt glücklich gemacht/machen …

6) Ich die Wiener Museen inzwischen genauso gut kenne und schätze wie die New Yorker. Obwohl ans Moma und ans P.S. 1 kommt kein Wiener Museum ran. Und das Metropolitan ist auch nicht zu ersetzen ABER: die Albertina und das KHM sind definitiv ganz weit oben bei den Lieblingsplätzen

7) mich gleich 2 amerikanische Freunde besucht haben und ich die Zeit in Wien mit ihnen sehr genossen habe.

8) Das Cafe Milano und der Cafe latte dort mich sehr beim Lernen und beim Zeitungs und Zeitschriften lesen unterstützt haben

9) Die Tutorinnen am Kunsthistorischen Institut, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe

10) dass ich Weihnachten zu Hause war.

11)  dass ich den Preis für das Schlimmste/Beste Bad Taste Outfit gewonnen habe

12) der Life Ball und die Nacht/ der Morgen danach

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